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Musterware: Going Oldschool Printing

geschrieben in: musterware

08 10 2020 Michael Ludwigmusterware

Musterware: Going Oldschool Printing

Früher™ da hat ja Drucken noch richtig lange gedauert und war ziemlich kompliziert im Ablauf im Vergleich zu heute. Heute schiebt man ein PDF zur Druckerei und irgendwann kann man dann fertige Drucksachen abholen. Das Ganze läuft in der Regel im Offset-Druck ab. Aber es gibt da in vielen Druckereien noch alte Maschinen… 

Diese alten Druckmaschinen stehen in der Regel nur noch da rum, weil der Abtransport und die Verschrottung mehr Kosten verursachen als die Druckmaschine zu ignorieren. Und ab und an kann man ja vielleicht - höflichkeitshalber - mal eine Perforation darüber laufen lassen. Interessant wird es dann, wenn man als Grafiker da so vorbeiläuft und nebenbei - so in den raum hinein - die Frage stellt: Druckt das eigentlich noch?

original heidelberger tiegel

Da Fragen wie diese normalerweise mit einem stringenten 'Nein!' beantwortet werden, ist die Gefahr gering, auf dumme Ideen zu kommen. Interessant wird es, wenn die Antwort mit 'Im Prinzip schon - man müsste nur mal…' beginnt. Genau dann ist der dummen Idee der Weg geebnet. Wir machen dann jetzt mal was im Buchdruck.

Anders als im Offsetdruck benötigt man im Buchdruck Klischees um die Farbe in den Karton zu wuchten. Buchdruck - oder stylish Letterpress - ist ein Tiefdruckverfahren. Da haut man die Farbe mit hoher Kawupptizität mit einer Form ins Papier. Dadurch erklärt sich der Begriff 'Druckerpresse' ganz gut. Klischees sind quasi die moderne Alternative zum Bleisatz und die sehr, sehr coole Variante eines Lithofilms bzw. der wabbeligen Druckplatte die man für den Offsetdruck benötigt.

klischee für den buchdruck aus messing

Wenn dann der Herr Drucker den Tiegel eingerichtet hat, dann kann man was spannen. Dann schnauft und rappelt die 'olle Kiste' los, als gäbe es keinen morgen. Greift sich Karton aus dem einen Fach. Rotiert diesen Richtung Druckform und schwurbelt dann das Gedruckte in die Ablage, schnauft und stampft. Als Grafiker steht man dann da und wundert sich wie die Mensch-Maschinen-Kombi da so vor sich hin arbeitet.

Regelrecht ergreifend ist aber der Moment, in dem man dann den ersten Andruck vom Drucker überreicht bekommt - so mit beiden Händen, wie zwei Japaner die Visitenkarten tauschen.

erster andruck auf original heidelberger tiegel

Natürlich sind die ersten Drucke, die durch den Tiegel laufen nicht makellos aber dafür sind Sie bereits in diesem frühen Stadium optisch und haptisch ein Genuss. Und wenn dann noch die zweite Farbe dazukommt…

Es gibt aber auch ein, zwei Nachteile, die man nicht verschweigen darf. Es dauert alles unendlich lange im Vergleich zum Offsetdruck. Die Klischees kosten ein Vermögen im Vergleich zu normalen Druckplatten. Die Kartons und Papiere kosten ein weiteres Vermögen verglichen mit Standardpapieren. Bestimmte Dinge gehen einfach nicht (z.B. Verläufe oder Fotos). Große Auflagen sind auch so eine Sache. Naja, gut, sind schon mehr als ein, zwei Hürden.

Aber es gibt den alles schlagenden Vorteil - es ist ein geiles Endprodukt, das da für unseren Kunden produziert wird. Und nein - es gibt kein anderes Wort als geil dafür - deal with it.


letterpress buchdruck musterware


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